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Archive für März 2010
Offene Fonds von DEGI, TMW, KanAm, AXA, Morgan Stanley: von den Sünden der Vergangenheit eingeholt?
8.3.2010 von admin.
Von Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Schirp
Charakteristisches Merkmal eines offenen Immobilienfonds ist, dass der Anleger jederzeit zu einem feststehenden Kurs seine Anteile zurück geben und sein Geld wieder herausziehen kann. Diese Eigenschaft hat – neben der über Jahre publizierten, stets positiven Wertentwicklung - diese Asset-Klasse sehr populär gemacht. Das investierte Vermögen beläuft sich derzeit auf über 88 Mrd. EURO. Die Zahl der Anleger, die sich für offene Immobilienfonds entschieden haben, geht in die Millionen. Und doch: Derzeit befindet sich die Branche in einer tiefen Krise. Und vieles spricht dafür, dass es diesmal erheblich ernster ist als jemals zuvor.
Diesmal hat die Krise eine andere Dimension. Beunruhigend viele offene Immobilienfonds sind aktuell geschlossen, verweigern also die Anteilsrücknahme. Einige dieser Fonds, die bereits im Herbst 2008 die Rücknahme der Anteile eingestellt haben, vollenden im Herbst dieses Jahres die nach dem Gesetz maximal zulässige zweijährige Schließungszeit. Und eine Wieder-Öffnung ist noch nicht in Sicht. Zwei wesentliche Parameter wirken sich derzeit zum Nachteil der Fonds aus: Zum einen haben die Fonds über Jahre, teilweise über Jahrzehnte, die Buchwerte ihrer Immobilien „hochgeschrieben“, ohne dass dem reale Marktereignisse gegenüber gestanden hätten; so konnte man Jahr für Jahr eine positive Wertentwicklung darstellen. Von dieser Bewertungs-„Blase“ muss man nun erst einmal herunter kommen. Zum anderen haben die Fonds sich sehr stark für institutionelle Investoren geöffnet, die teilweise dreistellige Millionenbeträge angelegt haben; wenn derartige „Schwergewichte“ ihr Geld abziehen, dann ist die vorhandene Liquidität der Fonds schnell überstrapaziert.
Größter geschlossener Einzelfonds ist derzeit der AXA Immoselect, in dem immerhin 2,78 Mrd. EURO Anlegergelder eingefroren sind. In den beiden geschlossenen DEGI-Fonds liegen – addiert - sogar 3,6 Mrd. EURO fest. Der Morgan Stanley P2 Value blockiert 1,45 Mrd. EURO, und die kleineren Marktteilnehmer TMW Immobilien Weltfonds und DEGI Global Business weitere 1,2 Mrd. EURO. Und weitere Fonds sind von der Schließung bedroht. Insbesondere navigieren einige derzeit noch offene Fonds gefährlich nahe an der maximal zulässigen 50 %-Grenze für Fremdkapitalaufnahme. Erschwerend kommt hinzu, dass sich das makroökonomische Lage nicht gerade verbessert hat. In den USA wird über bevorstehende Probleme am Markt für Gewerbeimmobilien gesprochen; dies würde diejenigen Fonds nachhaltig treffen, die dort investiert sind. Und auch in Europa und Asien zeigt die Immobilien-Uhr zumindest noch nicht wieder nachhaltig nach oben.
Weiterführende Hinweise zu diesem Thema unter www.aktionsbund.de
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EZB vergibt länger Doping für die Märkte
4.3.2010 von Kai Drabe.
Die EZB will nunmehr -nicht wie ursprünglich geplant- bis zum Juni 2010 die Banken mit unendlich viel Liquidität versorgen; sie verlängert ihre Zusage bis zum 12. Oktober 2010.
Bis zum 12. Oktober 2010 können Banken faktisch unendlich viel Liquidität von der EZB anfordern. Der Zins für diese Maßnahme bleibt auch vorerst bei 1,0 % p.a..
Parallel dazu wird heute bekannt, dass es Griechenland gelungen ist einen neuen Bond über 5 Mrd. Euro zu begeben; 300 Basispunkte über vergleichbaren Bundesanleihen.
Gibt es zwischen beiden Nachrichten des Tages etwa Zusammenhänge?
Wir meinen, dass die Vermutung schon naheliegend ist. Der Bond der Griechen (5 Mrd. € von 22 Mrd. € die bis zum Mai 2010 umzufinanzieren sind) ist ein attraktives Anlageinstrument für die Banken. Geld zu 1,0 % bei der EZB leihen und dann im “Griechen Bond” anlegen. Ein attraktives (Zinsdifferenz-)Geschäft.
Gleichzeitig wird über diesen Umweg eine direkte Hilfe der EZB für Griechenland vermieden und die Märkte mir diesem Erfolg “beruhigt”. Die Banken werden als Helfer der Politik und der EZB benutzt. Was ist an diesen Gedanken abwegig? Wir meinen: nichts!
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